Musikgeschmack

Mein Musikgeschmack – ob das irgendwen interessiert? Möglich. Für mich ist Musik mehr als nur rythmisches Geräusch oder Hintergrundberieselung. In bestimmten Momenten hat sie mir Trost gespendet, geholfen, Erinnerungen zu verarbeiten oder Entspannung gegönnt.

In den 1960er musste ich mir die volle Kante Deutschen Schlager geben – vom Lachenden Vagabunden bis Elisabeth-Serenade. Dass ich einen Hass auf diese Sorte Musik habe, wäre übertrieben zu sagen. Aber sie bereitet mir noch heute körperliches Unbehagen. Anfang der 1970er wurde mein Musikgeschmack geprägt. Klar, man rockte auf Sweet und Slade, kuschelte bei Rod Stewart. Nur ich begann, mich etwas ab zu sondern. Steve Miller Band, Fleetwood Mac und, man möge mir verzeihen, auch Queen, was sage ich: besonders Queen, Led Zeppelin oder auch Pink Floyd waren meine “Helden” – dazu kam eine leichte Prägung auf den sogenannen “Kraut-Rock” wie Grobschnitt oder, eher elektronisch, Kraftwerk.

Als 1977 so langsam der Punk nach Deutschland überschwappte änderte sich auch mein Musikgeschmack. Ich war wütend, trotzig, orientierungslos – und im Heim. No Future. Und da passte The Clash, The Jam und besonders The Stranglers. John Peel auf BFBS war mein bevorzugter Moderator. Und als meine bisherigen großen Helden, Queen, mit Beginn der 1980er immer schlechtere Alben vorlegten, desto mehr wendete ich mich davon ab. Inzwischen waren die Stranglers meine absoluten Favoriten. Und die NDW ging mir am Allerwertesten vorbei. Nena sagte mir damals nicht zu und heute noch weniger. Wenn deutsch, dann waren es Grönemeyer, Westernhagen, Stoppok oder Flowerpornoes.

Dafür sprach mich der New Wave und das Umfeld gefangen: Talk Talk, Tears For Fears (die über ihre ebenfalls sehr traurige Kindheit sangen und die entsprechende Therapie anboten: Urschrei “Shout”), Depeche Mode…. Und gegen Ende der 80er versöhnte ich mich auch wieder mit Queen. Sie legten mit “The Miracle” ein tolles Album vor – dafür hörten die Stranglers als Original auf. Und kamen in neuer Besetzung wieder. Aber ohne Hugh Cornwell sind es halt nicht mehr die Stranglers, die man so verehrte. Dafür machte sie dennoch die Musik, die ich gerne höre. Und da sich Queen mit dem Tode des Sängers erledigt hatte, blieb in den 90er nicht viel. Meist waren es die alten Recken wie Paul Weller, die aushalfen. Oder neue Bands wie Oasis oder mehr noch The Verve oder Coldplay.

Ja, und heute höre ich auch mehr Deutsches. Laith Al Deen, Wir sind Helden oder auch die Hosen….

Meine Lieblingsinstrumente sind die Orgel/Syntheziser, Gitarre, Bass und Schlagzeug. Saxofon geht auch. The Doors sagen mir daher heute noch was-obwohl das gar nicht meine Zeit war. Ich dürfte eigentlich keinen Bezug dazu haben. Klassik? Also E-Musik, sogenannt, ist nicht unbedingt mein Geschmack. Opern schon mal gar nicht. Mozart durchaus oder Bach. Aber mein Lieblingswerk ist die Symphonie Nr. 9 von Dvorak. Das berührt mich.

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