Leben

Über mein Leben, oder besser: den Verlauf, will ich nicht meckern. Es war nie einfach und ich musste mich so zu sagen aus der Gosse nach “oben” kämpfen. Das heisst, ich habe entgegen allen Prognosen mehr erreicht, als ich hoffen durfte. Mein Traum – er hat sich spät entwickelt. Aber ich wollte dann doch eine Familie. Und alles besser machen, was bei mir so falsch lief. Ich selbst wurde teilweise halb bewußtlos geprügelt – meine Kinder werden ohne Gewalt erzogen. Nie habe ich die Hand gegen meine Frau erhoben – auch, weil ich mit ansehen musste, wie mein Stiefvater meine Mutter geprügelt hat. Und nie verstanden habe, wieso meine Mutter diesen Mann bis zu seinem Tod geliebt hat. Ich hoffe auch, dass Menschen, die selbst in solchen Problemen stecken, an mir sehen, dass es auch gut werden kann. 

Natürlich stammt man von wem ab. 1961 heirateten Lieselotte Jungmann und Horst Leo Oberhammer aus Graz in Rheinhausen, jetzt Duisburg. Ich muss mich bereits im Bauch meiner Mutter befunden haben – einen anderen Grund für die Hochzeit sehe ich heute nicht. Kurz nach meiner Geburt macht sich Horst Leo aus Graz mit Ziel unbekannt vom Acker. Ich erblickte das Licht der Welt am 25. Januar 1962 auf der Theodorstrasse 10 in Rheinhausen in einer Zechensiedlung. Meine Mutter war nicht untätig und heiratete ein Jahr später Heinrich (Heinz) Oppdehipt. Und dieser gab mit seinen Namen und behandelte mich wie seinen eigenen Sohn – obwohl im Oktober 1964 ihm ein eigener Sohn namens Frank geboren wurde. Frank und ich wuchsen geborgen in Rumeln, Uerdingen und wieder Rumeln auf. Im Prinzip war die “Oppdehiptische” Zeit die glücklichste meines Lebens für lange Zeit. Sicherlich nicht sonderlich aufregend – aber ich konnte mich nicht beklagen. Es passierte halt nicht viel – aber es gab genug zu lachen. Was sich bald ändern sollte.

Nein, meine Einschulung 1968 in eine kath. Grundschule war noch kein Grund zur Besorgnis. Ich konnte zwar schon lesen und schreiben, war aber ein eher durchschnittlicher Schüler. Auch die Hl. Kommunion brach mir nicht das Genick. Es gab es immerhin Geschenke. Aber kurze Zeit später löste sich die glückliche Kindheit auf.  Es begann, dass meine Mutter einen neuen Mann kennen lernte. Und nach langem hin und her konnten die zwei 1972 heiraten. Und einen Sohn zeugen, der 1973 zur Welt kam. Für mich war aber durchaus die Hölle auf Erden ausgebrochen. Rainer sen. prügelte nicht nur mich, sondern auch meine Mutter. Ich wurde immer häufiger abgängig, bis ich 1975 das erste Mal in ein Heim kam. Im Herbst 1975 kam ich ins Kinderdorf Rotdornstr. in Duisburg Großenbaum. Schön am Duisburger Stadtwald gelegen hatte ich ein glückliches Jahr. Ein Jahr später holten mich meine Eltern allerdings zurück. Das ging natürlich nicht lange gut – so dass ich mit dem Rad nach Münster in Westfalen fuhr. Das sind etwas 120 km – und das im Februar ist schon nicht schlecht. Erst kam ich von Februar bis Juli in ein Heim in Duisburg Hochfeld – dann auf eigenen Wunsch ins Heim in Münster. Aus dieser Zeit ist wenig an brauchbaren Infos erhalten. Was symptomatisch ist. Ich habe zu dieser Zeit selbst kaum etwas zustande gebracht, was Bestand hat. Suchte wohl, mich zu finden. Oder was immer ich war. Nun, fast wäre ich zu Grunde gegangen. Ich brauchte einige Zeit, um zu kapieren, dass der Weg, den ich wählte, in den Untergang führen würde. Mit Hilfe konnte ich nicht mehr rechnen – zu viele Brücken wurden zerstört.

Ich wählte den Weg in die Heimat, um einen Neuanfang zu machen. 1982 kehrte ich also nach Duisburg zurück. Und hatte Anlaufschwierigkeiten, die ich ohne Freunde, die ich gefunden hatte, nicht gemeistert hätte.  Doch ich lernte meine Freundin kennen, Angelika, die auch heute meine Frau ist. Das gab mir Perpektive. Angelika gab mir die Sicherheit und Geborgenheit, die ich brauchte, um mich zu fangen. Und so war die Zielsetzung, eine Familie zu gründen. Der Start war allerdings für mich schwierig. Vernünftige Arbeit fand ich nicht, da fehlte die Ableistung des Wehrdienstes. Also leistete ich meinen Wehrdienst – und verweigerte umgehend. Denn für das Töten war ich nicht geboren. Mit Schwierigkeiten wurde ich als Verweigerer anerkannt und beendete den Ersatzdienst im Altersheim. Und fand kurze Zeit später eine Anstellung bei Mister Minit. Eine Arbeit, die durchaus Spass macht. Und so heiratete ich Angelika (und sie mich) am 29.02.1988 im Standesamt zu Rheinhausen. Da die Arbeit bei Mister Minit nicht sehr familienfreundlich ist (Die ganze Woche außer Sonntags) wechselte ich mehrmals, bis ich dann in den Öffentlichen Dienst wechselte. 1991 wurde Daniel geboren, 1996 Alina. Die beiden entwickeln sich prächtig. Wir sind nach Moers gezogen, die Beziehung klappt seit 1983 gut – die Perspektiven sind erfüllt.

Und wovon träumt man nun? Es wird sich zeigen, was die Zukunft bringt.

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