Am Aschermittwoch ist alles vorbei – doch die Karawane zieht weiter

Traditionell ist am Aschermittwoch die Karnevalszeit zu Ende und die Fastenzeit beginnt – die Narren kommen zur Ruhe. Alle Narren? Nein, ein unbeugsames Narrenvolk aus Berlin widersetzt sich dem und macht einfach weiter.

Sicher, die wirklich närrischen Höhepunkte wie die Suche nach dem neuen Bundespräsidenten fanden in der Hochzeit des Karnevals statt. Aber alles spricht dafür dass man wieder mal kein Ende finden wird.

So ein Ströbele zum Beispiel. Der sehr-sehr-Alt-68er und ehemalige RAF-Anwalt sieht Gauck schon beschädigt weil er die Occupy – Bewegung lächerlich fand. Oder der Linken- Kleindarsteller Gregor Gysi, der Gauck vorhält, dass der sich für Hartz IV ausgesprochen hat. Oder der Lamentator der Grünen, Cem Özdemir. Obwohl Kandidat (auch) der Grünen fällt jetzt erst auf dass Gauck den unsäglichen Sarrazin in gewisser Weise gelobt hat.

Na, dass passt ja wieder einmal. Dass da jemand selbstständig denkt, aber nicht wie vorgeschrieben links, der ist ohnehin suspekt.

Wobei ja die SPD Gauck ins Rennen gebracht hat um Merkel zu ärgern. Schon damals, als der Nachfolger für die beleidigte Leberwurst Horst Köhler gesucht wurde. Der hatte einen Anflug von Wahrheitswahn. Wie kann man auch ehrlich sagen, dass wir Krieg aus wirtschaftlichen Interessen führen? Also wirklich. Der Kandidat Wulff erschien dagegen so farblos dass sich Angela angesprochen fühlen musste. Zumal der Wulff ja auch als innerparteilicher Konkurrent gehandelt wurde. Und damit kaltgestellt werden musste. Das stille Wasser tief sind konnte man ja nicht ahnen.

Das schöne bei Joachim Gauck ist, dass der Mann weitgehend geradeaus ist aber keineswegs einen gradlinigen Lebenslauf hat. Brüche hier und da. Und als (evangelischer) Pfarrer in Trennung mit seiner Gattin lebend – und damit kirchlich gesehen ehebrechend mit seiner jetzigen Partnerin. Das ist der eher katholisch geprägten CDU mehr ein Dorn im Auge als so manches andere was so gegauckt wird.

Die Umstände seiner Inthronisierung sind so wirr, dass man fast schon von einem Karnevalspräsidenten sprechen kann. Wobei Gaucks auftreten direkt nach der Bekanntgabe ja auch nicht eines gewissen Witzes entbehrt.

Schade, dass der Bundespräsident nicht vom Volk gewählt wird. Das er immerhin präsentiert. Oder besser: präsentieren soll. Das würde vielleicht auch die Bedenkenträger der Politik schweigen lassen. Denn wie oben schon angemerkt: Man schießt sich langsam auf Gauck ein. Ja, das Narrenschiff fährt weiter. Von wegen, am Aschermittwoch ist alles vorbei.

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Das Aus für Sauerland

Fast 130.000 Stimmen gegen Adolf Sauerland ist ein Wort. Das zeigt schon sehr deutlich, dass die Stimmung gegen den eigentlich sehr erfolgreichen Oberbürgermeister von Duisburg groß war. Oder sagen wir: Ex-Oberbürgermeister.

Und damit ist das erste Mal überhaupt ein Oberbürgermeister abgewählt worden. Durch die sogenannte “Lex Sauerland”. Die durch die rot-grüne Koalition beschlossene Ergänzung des Kommunalwahlgesetzes – die allerdings schon im Koalitionsvertrag vorgesehen war. Dennoch sehr passend.

Sauerland kann man eigentlich keine Schuld allein an dem Loveparade-Desaster geben. Das ist ein Konglomerat an Verantwortlichen, die unbedingt nach der Absage von Bochum die Loveparade im Kulturjahr in Duisburg stattfinden lassen wollten. Verantwortlich ist hier sicherlich wohl der Veranstalter und die Genehmigungsbehörde. Und deren Chef war nominell Sauerland. Der wohl besser für die Fehler seiner Leute hätte einstehen sollen. Und sein Verhalten nach der Loveparade war sicher auch nicht astrein; eher peinlich.

Doch im Prinzip wäre sicherlich eine “Schwamm drüber” – Stimmung in Duisburg eingetreten wenn nicht eine Melange an eher linken Personen diese Wunde frisch gehalten hätte. Egal, ob Ketchup-Attacke oder Stören von Veranstaltungen oder Presseberichte: Immer kam der Eindruck auf, als würde die SPD und ihr Umfeld mit aller Gewalt den CDU-Oberbürgermeister endlich von dem SPD-Stammplatz vertreiben wollen.

Dazu muss man wissen, dass in Duisburg, scheinbar gottgewollt, die SPD seit gefühlten Jahrhunderten regiert. Und eigentlich die von ihr geschaffene Verwaltung autark ohne Rat macht was die eigentlichen (SPD)-Könige wollen. Das hatte Sauerland durchbrochen und die Könige kaltgestellt – sowas vergisst man nicht. Und so nahm man anscheinend die Chance war die sich bot.

Die Kampagne gegen Sauerland war genau so peinlich wie Sauerland selbst. Und ich möchte gar nicht erst wissen wie die Melange reagiert hätte wenn die Abwahl nicht geklappt hätte.

Nun ja. Im Prinzip hätte Sauerland von selbst zurücktreten sollen. Auch wenn es schwer fällt. Er hätte sich in der Sonne eines gelungenen Festes gesonnt – und hätte also auch im Regen der Katastrophe die Konsequenzen tragen müssen. Aber da wirkten wohl viele Überlegungen mit, das nicht zu tun. Eben sicher auch dass man die Erfolge, die Sauerland zu verzeichnen hatte, auch nicht aufgeben wollte.

Es bleibt ein fahler Geschmack. Sowohl was die Personalie Sauerland angeht als auch das Drumherum der Abwahlkampagne.

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Musik – was fürs Herz

Musik kann die Seele reinigen, trösten, wütend machen, Liebe machen. Ja, vielleicht kann Musik sogar Gesellschaften umwälzen. Musik kann ein Lebensbegleiter sein. Kinderlieder, Tanzschulenmusik, Abnabelung vom Elternhaus, Erste – Liebe – Lieder, Trostlieder in schweren Momenten. Hochzeitsmarsch und Trauermarsch. Ab in die Kiste und alle singen Ave Maria – obwohl man gar nicht so heißt.

Musik also ist für mich eine rein emotionale Angelegenheit, die mein Herz, oder wenn man so will:meine Seele, erreichen muss um als gut empfunden zu werden. Den ganzen Hype um revolutionäre Musik, einzigartige Umwälzungen der Musikgeschichte und Supergroups und was weiß ich noch habe ich nie gemocht. Musik habe ich immer nur mit dem Herzen gehört. Und nicht mit dem Verstand. Auch wenn Texte nicht unwichtig sind – aber viele Lieder bzw. Musikstücke erreichen mich als Gesamtkunstwerk. Egal, worüber gesungen wird. Daher eine Affinität zum sogenannten ProgRock, dessen Textinhalte ja doch meist vertonte “Herr der Ringe” Ableger sind. Am meisten jedoch nervt  mich, wenn Musikkritiker oder – Journalisten immer wieder einen vermeintlichen Hype erkennen. Die neuen Beatles, die Erfindung eines “neuen” Musikstils, blablabla. Diese gescheiterten Musiker, die es meist nicht besser können als die von ihnen kritisierten Künstler, schreiben sich zudem den Groll von der Backe, wenn ihre Helden mal nicht so funktionieren wie sie es sich wünschten – ohne in der Lage zu sein das zu ändern in dem sie selbst zum Instrument greifen.

Nun gut, als Jahrgang 1962 habe ich die angeblich so wichtigen Revolutionen in der Musik und in der Gesellschaft bewusst nicht mitbekommen. Buddy Holly war bei meiner Geburt schon drei Jahre tot, Elvis Presley im Prinzip schon zum Schlagersänger mutiert und die Beatles grade im kommen. Aufgewachsen bin ich ohnehin mit den in den 60ern üblichen Schlagerkram. Erst so ab 1972 entwickelte sich so etwas wie ein eigener Musikgeschmack. Es war die Zeit von Sweet, Slade und Suzi Quatro. Und das hatte man gefälligst gut zu finden wenn man dazu gehören wollte. Persönlich fand ich dann erst die Musik von Showaddywaddy gut und hielt sie für begnadete Songschreiber – bis ich erfuhr, dass sie den Musikkatalog von Buddy Holly verwursteten. Den fand ich dann besser (und wartete vergeblich auf was neues von ihm – irgendwann erfuhr ich dann doch, dass er schon lange tot ist…) und grub mich tief in die Oldiekiste ein (1974 waren dass ja noch Sachen aus Ende der 50er bis Mitte der 70er). Die Bedeutung, die so mancher Künstler damals hatte, konnte ich nicht nachvollziehen. Logischer Weise. Es war mehr die Musik an sich, die mir gefiel. Und dann hörte ich Steve Miller mit “The Joker”. Und von ihm kam auch mein erstes selbstgekauftes Album, “Fly like an Eagle”. Da schöne Lied “The Joker” war nicht drauf, aber viele andere schönes Songs. Verstanden habe ich die Zitate dort nicht – auch nicht, worüber es beim Joker geht. Obwohl Zeilen wie “I want to shake your trees” hellhörig werden lassen musste- aber diese Musik nahm mich gefangen. Bis zu Queens “Killer Queen”. Und damit habe ich meine Allzeitmusikliebe gefunden. Recht früh. Aber mit diesem Musikgeschmack, der dann ja auch Fleetwood Mac und andere mit einbezog, stand ich recht einsam da in einem Umfeld, dass Smokie oder die Rubettes für Musikgötter gehalten hat.

Durch ältere Bekannte, teils aus dem Heim, teils Erzieher aus dem selben, hörte ich viel von damals schon alten Recken die angeblich ja schon Kult sind. Doors, Neil Young, Cream usw. Nur: Meist sagte mir die Musik nichts. Ja, Led Zeppelin, obwohl schon abgegessen als ich sie das erste Mal hörte (1977 mit dem Live Album “The Song remains the same”) oder auch Pink Floyd, sogar Alan Parsons Projekt… Und Grobschnitt. Und… ja, da gibt es so einiges. Deutsches außer Kraftwerk oder Grobschnitt oder MMW war weniger beliebt. Ja, ich mochte Lindenbergs Musik nicht sonderlich. Was sich im Rückblick etwas relativiert wie so manches. Aber wegen meiner Lebensumstände, dem Zorn, der Wut in  mir war ich auf der Suche nach Musik, die mich verstand. Und da Queen nach 1977 ohnehin nicht weltbewegendes mehr herausbrachten und mir überhaupt alles auf den Senkel ging wies die Richtung zum Punk. Mehr von der Lebenseinstellung denn mit diesem Aufgesetzten Modepüppchen namens “Sex Pistols”, bei dem nur ein Mitglied die Sache bis zum bitteren Ende Ernst genommen hat. Nein, ich hielt mich gleich an die zynischen und musikalisch durchaus brutalen Stranglers.

The Police, The Damned The Clash und wie sie alles hießen war eine Zeitlang dass, was mich musikalisch aufheizte. Die 70er gingen zu Ende, die 80er kamen. Und die Musik wurde schlechter. Noch schlechter? Ja, das ging. Neue Deutsche Welle hieß das Programm zum abgewöhnen. Dabei meine ich diese NDW die aufkam als die richtige schon beendet war. Also so um 1982. Was im Prinzip deutscher Schlager, nur mit wirklich bescheuerten Texten, war. Und zum Glück relativ zügig wieder vorbei. Es ging ja noch schlimmer. Heavy Metal, allen voran die Scopions, verseuchten die Musikszene mit immer mehr Absplitterungen, die auf keinen Fall irgendwie musikalisch was voran treiben sollte sondern eine konsumkompatible Käuferschicht erschließen. Denn das wurde in den 80ern immer deutlicher: Musik ist Kommerz. Ich wendete  mich dann mehr in Richtung elektronische Musik. Tangerine Dream waren alte Bekannte, aber auch deren Kopisten “Software” waren nicht übel. Gleichwohl gab es auch wohltuendes wie Tears for Fears oder Talk Talk. Und durchaus das ein oder andere Klangperlchen wie die niederländische Gruppe “Nits”.

Musik war natürlich immer Kommerz. Und immer gab es Ausbrecher aus diesem Betrieb und veröffentlichte tolle, anspruchsvolle Musik. Auch in den 90ern. Obwohl grade dort der Ausverkauf groß geschrieben wurde. Abba-Revivals und Abschluß-Gigantkonzerte von Pink Floyd und Genesis und Co. Erkenntis alter Recken, war Mist was ich bisher machte, ich wollte immer schon Blues machen. Die ersten TV-Shows, die die 70er hochleben ließen. Und Beginn der Casting-Shows. Und immer die gleichen Lieder von auswechselbaren Interpreten. Mit viel Glück ist wirklich eine faszinierende Stimme dabei. Was bei dem schwachen Song-Material allerdings auch nichts bringt. BTW: ich habe immer noch  nichts von Tina Turner selbst gekauft (Foreign Affairs wurde mir geschenkt, hab eich aber nur einmal gehört. So scheiße ist das Album) weil die Stimme ja bannen kann – aber das Songmaterial was sie besingt… ist so ähnlich wie bei Joe Cocker, nur noch schlechter. Ja, und “Private Dancer” ist vielleicht ein gutes Album – aber es hört sich an wie eine Dire Straits Platte mit Tina als Gastsängerin. Muss nicht schlecht sein, wirklich. Nein, diese Castingsshows sind da nicht besser. Trotz der einen oder anderen guten Stimme.

Und so kommt es, dass der alte Mann darüber sinniert warum und weshalb ihm die ein oder andere Platte so gut gefällt. Warum die Musik, die er so gerne hört, meist von gestern oder vorgestern ist. Und warum Musik ihm immer noch so viel bedeutet. Und daher wird der alte Mann ein altes Projekt neu beleben und seine Lieblingsplatten hier in diesem Blog vorstellen. Mal schauen, was da so alles herauskommt.

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Ich glaub’ es einfach nicht

http://www.mister-wong.de/doc/mein-glaubensweg_260946975/

 

CHURCHDARKJetzt ist es also schon gut 11 Jahre her dass ich mich von meinem Gottesglauben entfernt habe. Was sage ich; verabschiedet. Und nun habe ich tatsächlich nochmal meinen damaligen Aufsatz für “Der Humanist”, den ich auch für mein Blog genutzt hatte, wieder gefunden.

“Mein Glaubensweg” liest sich etwas unbeholfen. Und greift natürlich auch nicht die Entwicklung die ich seitdem gemacht habe auf. Kurz danach habe ich noch einen Aufsatz geschrieben der sich mit den Anfeindungen aus Christenkreisen auseinander gesetzt hat. Und noch einen Beitrag für meinen Blog, in dem ich mal etwas reflektiere. Aber im Prinzip habe ich die letzten Jahre gar nicht groß über meinen Glauben/Nichtglauben nachgedacht. Ich bin einfach ein Religionsatheist. Weil ich nicht an die Religionsgötter glauben kann – während ich die Existenz oder Nicht-Existenz eines möglichen Gottes oder Götter nicht nachweisen kann. Und somit diese Frage offen lassen muss. Obwohl die Logik nur den Schluss zulassen kann dass da niemand ist.

Wenn ich also sage, ich bin Atheist, dann bezieht sich das auf die Götter, die die Religionen so anbieten. Im Besonderen natürlich den Christengott, der für unsere Kultur so maßgeblich ist. Langes Bibelstudium hat mich erkennen lassen, dass es sich bei diesem Buch, eigentlich Bücher, um ein Menschenwerk handelt dass sich einen Gott irgendwie zusammenbastelt. Ich habe das mal geglaubt, was die Bibel anbietet. Vor allem die Geschichte mit Jesus als meinen persönlichen Erlöser. Der angeblich frei macht von Sünde und ein gottesfürchtiges Leben garantiert. Allerdings kann ich den Aussagen der Bibel nicht (mehr) trauen. Und so hatte es sich ja mit dem christlichen Glauben erledigt.

Und mit allen anderen auch. Da der jüdische Glaube ja der Vorläufer des christlichen ist und der Islam ebenfalls auf diesem basiert fallen diese automatisch raus. Abgesehen von den Naturreligionen, dem Buddhismus, dem Hinduismus und was sonst noch so kreucht und betet: Alles irgendwie nicht glaubwürdig. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Im Prinzip ist es nicht fair den Streit zwischen Evolution und Glauben so  einseitig zu sehen. Damals hatte ich es halt mit Kreationisten oder I.D. lern zu tun. Es gibt, wie damals auch schon erkannt, natürlich auch Christen, die die Evolution als Fakt sehen und trotzdem glauben. Die katholische Kirche hat dies ebenfalls anerkannt. Und insofern wären Kreationisten normal nicht das Problem. Allerdings liegen diese gar nicht so falsch. Denn das Erlösungswerk Jesu basiert auf der Schuld des Adam, dass durch den neuen Adam Jesus aufgelöst wird. Und ohne die Schöpfungsgeschichte wäre dieses hinfällig. Was heißt: Christen, die an Schöpfung durch Evolution glauben, haben ein nicht unerhebliches theologisches Problem. Grundsätzlich spricht ja nichts gegen eine Schöpfung durch Evolution – aber nicht durch den Gott der Bibel.

Sicher, das ist nur ein Teilaspekt. Insgesamt ergab sich halt, dass ich das alles nicht  mehr glauben konnte. Obwohl, wie ich festgestellt habe, durchaus eine religiöse Ader habe. Und ich gerne glauben würde, dass mein Leben eine göttliche Fügung war. Vor allem, weil es sich trotz aller Dramatik so gut entwickelt hat.

Durch meine nicht einfache Kindheit, geprägt durch Gewalt, Missbrauch usw., hatte ich allen Grund nach einem metaphysischen Halt zu suchen. Katholisch geprägt suchte ich den natürlich bei Jesus, Mutter Gottes und weiß ich wem an Heiligen. Wirklich Halt gefunden habe ich aber erst bei meiner Frau. Und dann erst, immer noch innerlich zerrissen, auch bei Jesus. Familie, die mir alles bedeutet. Zweifel an Gott. Und immer noch Sehnsucht nach übernatürlichen Halt.

Aber bevor ich als hoffnungsloser Romantiker verrufen werde: Nein, ich glaube einfach nicht. Weil ich es nicht kann. Und dabei bin ich auch kein Kirchenkritiker. Also, so Vollopposition. Ich verstehe sehr wohl dass der Glaube vielen Menschen einen festen Halt gibt. Was mich nur so auf den Senkel geht ist, dass man das so absolut setzt auf andere bezogen.

Tja, einfach ein paar Gedanken, die ich  mir gemacht habe als ich diesen alten Text wieder gefunden hatte. Und weil es immer noch Menschen gibt die Atheisten böse angehen. Danke, mir geht es gut so wie es ist.

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Der dumme Wulff und die böse BILD

Das Jahr hat ja schon gut angefangen. Also so, wie das alte geendet ist. Regen, Regen und Regen. Dazu noch Sturm. Und schon sind wir bei unserem Bundespräsidenten.

Der steht ja schon seit geraumer Zeit im Regen. Und nun weht ihm auch ein strenger Wind ins Gesicht. Und das allein wegen purer Dummheit. Und das nicht einmal wegen dem Privatkredit von, naja, Freunden oder günstige Zinsen durch eine Bank. Ganz zu schweigen wegen seiner Urlaubreisen auf Freundeskosten. Nein, da mag auch alles irgendwie “normal” abgelaufen sein. Nicht transparent. Aber Wulff hat sich geäußert und erklärt – Schwamm drüber. So als Ministerpräsident aus schwierigen familiären Verhältnissen  – da habe ich ja mit weitaus schwierigeren Verhältnissen, aus denen ich stamme, doch glatt Verständnis – klammert man sich ja an Erreichtes und so. Und immerhin ist er ja, wo das doch komischer Weise jetzt erst ans Tagesicht kam, nicht im Regen stehen gelassen worden.

Nun also, als Bundespräsident, hat er der “BILD” gedroht. Wegen Recherche. Was ja wundert, dass “BILD” so etwas überhaupt macht und nicht einfach so schreibt was ihnen in den Sinn kommt wie sonst auch. Aber gut. Nach seinen heutigen Erklärungen kann ich Wulff auch da verstehen. Irgendwann geht es über die Hutschnur. Und Medien gedroht hat sicher schon der ein oder andere Politiker. Auch in hohen Ämter. Aber, und da kommt Dummheit ins Spiel, niemand hat das dokumentiert. So wie Wulff mit dem Aufsprechen seiner Tiraden auf Bildchef Diekmanns Mailbox. So doof kann man doch nicht sein. Obwohl… naja, immerhin belegt es, dass der gute Christian wirklich aufgebracht war.

“BILD” jedenfalls hat die Sache gut platziert. Im Prinzip hat sie Wulff die Unterstützung schon früh entzogen. Und der bekommt jetzt die Geister, die er rief, zu spüren. Wer sich  mit dem Teufel einlässt.

Ich persönlich würde mir den ganzen Mist gar nicht mehr antun und wäre schon längst zurückgetreten. Und genau dass will man anscheinend auch erreichen. Also, nicht dass ich, sondern Christian Wulff zurück tritt. Auf Christdemokraten wird sich ja gerne medial eingeschossen. Da Politiker nun mal auch Menschen sind, die Bockmist verzapfen, sollte man auch nicht heiliger tun als man ist. Solange keine Straftat vorliegt….

Im Prinzip ist der Bundespräsident und sein Amt schwer angeschossen. Ob es klug ist, dass weiter so zuzulassen oder ab man Konsequenzen zieht müssen die handelnden Personen mit sich abmachen. Aber eines sollte klar sein: Der Bundespräsident hat dumm gehandelt, er agierte mehr als Unglücklich – aber er hat anscheinend nicht gegen Gesetze verstoßen. Außer gegen ungeschriebene wie “CDU-Politiker müssen sich fertig machen lassen”. Oder so.

Kredit-Affäre: Wulff gesteht Fehler ein und bleibt im Amt | Politik | ZEIT ONLINE

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Wave Goodby and say hello

Und wieder winken wir einem Jahr zum Abschied und begrüßen, mehr oder weniger hoffnungsvoll, ein neues. Und dieses Mal, wenn man den Maya-Kalender-Hysterikern glauben darf, dem letzten. Dennoch: Zum ritualisierten Menschenleben gehört  natürlich ein zünftiger Rückblick auf ein abgelebtes Jahr und der hoffnungsvolle Ausblick auf das noch abzulebende Folgejahr.

Dabei ist vor allem im privaten Bereich zu sagen: Das Leben ist ein langer, ruhiger Fluss. Was man auch schätzen kann. Immerhin wird das eigene Leben nicht so durcheinander gehauen wie bei den meisten Menschen dieses Planeten. Aber doch, eines war sehr aufregend. Beide Kinder haben eine Klassen – bzw. Jahrgangsstufenfahrt in ferne Gefilde gemacht. Der eine nach Rom, die andere in ein kleines Kaff nahe Barcelona namens Salou. Ob man will oder nicht, ob die Kleinen schon groß sind oder gar volljährig: aufgeregt ist man als Eltern ja schon.

Aber sonst? Beruflich läuft es rund ohne zu eiern. Und die wirklichen Herausforderungen folgen 2012/13: mein 50. Geburtstag, unsere Silberhochzeit, der 50. meiner Gattin….. Und natürlich die Zeit nach der Schule für die Kinder. Studium, Ausbildung, Hartz IV….

Wenn ich nicht, Gott sei Dank, Atheist wäre, könnte, nein müsste ich Gott für vieles Dankbar sein. Keine Fehltage wegen Krankheit, Kinder auf dem guten Weg, Ehe gut, sicherer Job. Was will man mehr? Dafür sicherlich bedrückende, aber auch erfreuliche Entwicklungen im familiären Umfeld und Freundeskreis.

Was  mich dieses Jahr zum Lachen brachte war die Realsatire namens Politik.Vom diplomierten Copy-Master Guttenberg bis zur Euro-Matrone Merkozy; vom Bunga-Bungalow – Besitzer Silvio bis zum Verbal-Kackophonen Ronald: Bessere Beispiele für lächerliche Witzfiguren bei den terrestischen Machtspielen hätte man kaum erwarten dürfen. Und was ist? Das Volk spielt einfach nicht mehr mit.

Dabei hatte doch alles so gut angefangen. Die Natur spielte ihrem alleinberechtigten Vertreter auf Erden, Bündnis 90/Die Grünen, in die Hände und rammelte im März mal kurz Japan durch beglückte das Land gleich noch mit einem Monstertsunami. Was zu Folge hatte das in Fukushima mal eben ein AKW außer Kontrolle geriet – schön für die Grünen. Zumindest hatte man das Gefühl, wenn man die führenden Köpfe der Grünen so hörte. Spielverderber war aber Angela Merkel, Bundeskanzlerin von Gottes Gnaden. Kurzerhand wurde die bisherige Energiepolitik um 180 Grad gedreht und völlig sichere Atomkraftwerke geschlossen. Jetzt weht uns der Wind der Energiewende ums Ohr. Gewählt wurden aber die Grünen, während die anderen etablierten Parteien den Bach runter gingen. Die CDU eher weniger als die SPD. Aber immerhin ist im schwärzesten Bundesland jetzt ein Grüner Ministerpräsident – man dachte, wegen dem Protest gegen S21. Aber ein Bürgerentscheid wenige Monate später belehrte die Möchtergernverhinderer eines Besseren.

Was für die Grünen aber eher blöd ist: Im Rest der Welt ist die Katastrophe in Japan eine Naturkatstrophe – ja, die Natur, die man unbedingt schützen will kann auch ganz ohne Hilfe zurückschlagen – und weniger eine Atomkatastrophe. Zur Erinnerung: Durch Erdbeben und Tsunami starben über 15.000 Menschen – durch Fukushima grade mal 5.

Egal. Falsche Gewichtungen wird auch im nächsten Jahr geben. Dazu gehört auch die Fortschreibung der sogenannten Finanz oder auch Weltwirtschaftskrise. Der Bürger merkt ja nichts davon – wohl aber die armen oberen 10.000. Deswegen wohl auch die Hektik. Und der Euro? Na, als ob das wirklich interessant wäre. Jedenfalls waren die Politiker aufgeregt als das Volk. Hierzulande. In den betroffenen Ländern sah das anders aus. Wutbürger mal richtig.

Wutbürger auch in den arabischen Ländern. Mehr Demokratie. Besser: Überhaupt erst mal Demokratie. Keiner da weiss wie es geht. Aber man will. Unter schwersten Opfern demonstrierten in Algerien, Ägypten und Anderorten die Menschen für mehr Freiheit und Demokratie. Mit der Folge, dass verlässliche Diktatoren hinweggeschwemmt wurden. Und im Prinzip durch neue ersetzt wurden. Das wird man noch intensiv begleiten müssen, wenn es eine Erfolgsgeschichte werden soll.

In NRW wiederum hat sich die Minderheitenregierung von Hannelore Kraft gefestigt. Inzwischen könnte die sich sogar eine Neuwahl leisten. Im Gegensatz zu den Oppositionsparteien. Respekt.

In Duisburg und Moers sollen die Oberbürger bzw. Bürgermeister abgewählt werden. In Duisburg sind die schon einen Schritt weiter als in MOers. Allerdings ist OB Sauerland umstrittener als Norbert Ballhaus in Moers. Wobei man auch sagen könnte: Die Linksgewebten haben die Aversionen gegen Sauerland am kochen gehalten und nun das Abwahlverfahren durchgesetzt um den CDU.Mann loszuwerden. Damit in Duisburg wieder schöne alte Zeiten herrschen. Mit SPD in der Führungsrolle. Mal schauen ob Sauerland wirklich abgewählt wird.

In Moers hat man es nur mit einem völlig überforderten Mann zu tun. Der daraus Fehler machte. Und die der Stadt mal ein paar Millionen kosteten. Aber sonst… Trotzdem will ein seltsames Bündnis aus CDU und Linkspartei das Abwahlverfahren einleiten. Das kostet u.U. nochmal ein Sümmchen. Aber nun gut. In Moers liegt so viel im Argen – da ist der Bürgermeister nur eine Randerscheinung.

Ja, für sarkastische Ironiker wie mich Zynisten war es vielleicht wieder ein schönes Jahr. Oder auch zum weinen. Wie immer man dazu steht. Aber nun ist es vorbei. Und im nächsten geht es von vorne los. Manchmal sehnt man sich herbei, den Weltuntergang. Mal schauen, was nach dem 21.12.2012 tatsächlich los ist.

Alles LeserInnen einen guten Rutsch und ein gesundes, glückliches 2012.

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Das singen der hängenden Augenli(e)der

Lange, sehr lange habe ich mein Blog nicht bedient. Einfach zu müde, bei allen Dingen die so passieren. Vielleicht wollte ich einfach nur in Ruhe das Weltenende abwarten und danach darüber in Ruhe ablästern.

Nun, im Prinzip schreibe ich heute auch nichts – nur so, um die Zeilen zu füllen. Ja, ich arbeite an meinem persönlichen Jahrerückblick. Und an dem Willen, im nächsten Jahr mein Blog pfleglicher zu behandeln. Immerhin droht ja in etwa einem Jahr der Weltuntergang. Und das will mental vorbereitet sein. Denn die Afterlife-Party soll ja gelingen.

Aber was heißt schon Afterlife? Im nächsten Jahr werde ich 50. Und da ist doch alles vorbei. Wenn ich das überhaupt noch merke, dann. Wie auch immer: Noch lebe ich und werde das auch nutzen.

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